Ein Smartphone für mein Kind?

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Wie können wir unsere Kinder vor den Gefahren des Internets schützen?

Dazu Michael Winterhoff, Experte für psychische Entwicklungsstörungen: "Bei mir würde es das Smartphone ab 14 geben, nicht darunter."

(Quelle: Interview in der "Tagespost" vom 21. 12. 2017)


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Kein Smartphone für Kinder!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Psychiater, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik der Universität Ulm, bekannt durch viele Veröffentlichungen, ua "Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen", München 2012.

Auch der bekannte Psychiater Dr. Dr. Manfred Spitzer warnt vor den Gefahren des Smartphones für Kinder.

 

Wir empfehlen von ihm ua das Hörbuch (CD):

Achtung Smartphone - Über Risiken und Nebenwirkungen für Kinder und Jugendliche; Laufzeit 70 Min., 14,95 €

 

"Immer mehr Studien belegen, dass Smartphones negative Langzeitfolgen für die Entwicklung und die seelische Gesundheit der Kinder haben und geradezu fatale  Auswirkungen auf die schulischen Leistungen."

 


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"Digital dement und cyberkrank" ...

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Digital Dement und Cyberkrank Newsletter
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Unter dem Titel "Digital dement und cyberkrank" warnt der "Newsletter für Familienfragen" nicht nur vor zu früher Nutzung von Smartphones sondern auch vor Baby-TV, Spielekonsolen usw.: Ein guter, knapper Überblick über die Gefahren der digitalen Medien - gestützt auf Prof. Spitzer (s. auch o.).


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Wieviel Bildschirmzeit ist denn in Ordnung?

Adam Alter, Psychologe und Prof. für Marketing (!) an der New York University.

 

Sein in den USA gut verkauftes (weil gut vermarktetes - s. o.) Buch ist jetzt auch in Deutschland erschienen (Berlin Verlag). Wer praktische Ratschläge sucht, muss sich hier allerdings durch allerlei Psychologie ua durcharbeiten.

 

 

Auf die Frage, wie viel Bildschirm-Zeit denn in Ordnung ist, antwortet Prof. Alter im Interview mit der FAZ vom 12. 3. 2018:

"Es gibt kein präzises Alter, das für jedes Kind oder jede Familie gilt. Die amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde rät, dass Kinder kein Fernsehen schauen sollten, bis sie zwischen 18 und 24 Monaten alt sind. Dass sie nicht mehr als eine Stunde am Tag sehen sollten, bis sie  fünf oder sechs Jahre alt sind. Und sie sollten wahrscheinlich keine Smartphones verwenden, bis sie 13 oder 14 Jahre alt sind."

2016 haben kanadischen Wissenschaftler aufgrund der vorliegenden Forschungsergebnisse empfohlen: Kinder sollten nicht mehr als 2 Stunden täglich mit Smartphone, TV oder Computer verbringen (siehe PNN vom 28. 9. 2018 mit weiteren Quellen).

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Und was ist mit Pornographie, Gewalt und Verbrechen im Internet?

Dass zu viel Bildschirmzeit schädlich ist für die Entwicklung des  kindlichen Gehirns, für die Lernfähigkeit, für die sprachliche Entwicklung, für die Konzentrationsfähigkeit, für die Ausdauer, für das Kurzzeitgedächtnis und vieles andere mehr, ist allgemein akzeptierter Stand der Erfahrung und der Wissenschaft.

Was dagegen seltsamerweise kaum thematisiert und gar problematisiert wird, ist der über das internetfähige Handy praktisch unbegrenzte Zugang der Kinder zu Pornografie, Gewalt und Verbrechen. Für verantwortungsvolle Eltern dürfte es selbstverständlich sein, dass sie ihre Kinder vor den moralischen, seelischen und psychischen Gefahren dieser Art von Internetinhalten schützen möchten. Aber wie? Wie immer ist es wichtig und richtig, mit den Kindern darüber zu sprechen. Was man darüber hinaus tun kann, dazu möchten wir hier gern Tipps geben. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie diesbezüglich Erfahrungen gemacht haben - gute wie schlechte.

Moderne Smartphones bieten den Eltern die Möglichkeit, den Handygebrauch der Kinder in vielfältiger Weise zu steuern und zu kontrollieren. So können sich die Eltern z. B. auf ihr Smartphone berichten lassen, wie lange die Kinder im Intenet waren und was sie dort gesehen haben.

 

Trotzdem deuten alle vorliegenden Erfahrungsberichte und Statistiken darauf hin, dass die Kinder im Durchschnitt

 - viel zu lange vor den Bildschirmen sitzen (in den USA z. B. 3,6    Stunden täglich (für Deutschland sind uns keine Zaheln bekannt) und

 - dabei auch in erheblichen Umfang (besonders die Jungen) verbotene Inhalte sehen und Gewalt verherrlichende Spiele spielen.

 

Wie ist der Wiederspruch zu erklären? Halten die von den Smartphone-Herstellern angebotenen Steuerungsmöglichkeiten nicht das, was sie versprechen? Wird von den Eltern zu viel verlangt? Sind die Eltern vielleicht desinteressiert oder gar selbst spielsüchtig?

 

Können wir vielleicht von Südkorea - dem weltweit größten Smartphone-Produzenten - lernen? Hier ist per Gesetz festgelegt, dass Personen unter 19 Jahren nur Smartphones erwerben dürfen, auf denen Pornografie und Gewalt per Software geblockt sind.


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Kurzsichtig durch das Smartphone?

 

 Keine gute Idee: Zu wenig Licht, zu kurzer Abstand, zu lange Zeit!

Die Zahl der Kurzsichtigen nimmt weltweit rapide zu. Kurzsichtige leiden nicht nur an einer verminderten Sehschärfe, sondern müssen auch mit weiteren, teils schweren Folgeerkrankungen rechnen.

 

Unter den Ursachen für die Zunahme der Kurzsichtigkeit schon bei Kindern spielt auch die Smartphonenutzung eine Rolle: Eine Metaanalyse aus zehn Studien mit 10384 Kindern zwischen 6 und 18 Jahren ergab: Naharbeit erhöht das Risiko für Kurzsichtigkeit, und zwar für jede Stunde mehr pro Woche um zwei Prozent (Quelle: doi: 10.1371/journal.pone.0140419). Ungünstig ist vor allem, wenn man stundenlang auf ein Smartphone schaut und dieses dabei näher als 30 Zentimeter vor die Augen hält. (Das gilt übrigens auch für das Lesen von Büchern.)

 

Der entscheidende Risikofaktor ist allerdings zuwenig Tageslicht. Umfangreiche Studien mit Kindern haben ergeben: Ein bis zwei Stunden tägliche Tageslichtexposition halbiert das Risiko für das Auftreten einer Kurzsichtigkeit (Quelle: doi: 10.1111/aos.13403).


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Weitere Ratschläge

Auch wenn die Umsetzung schwer bis unmöglich ist, hier noch ein paar weitere Empfehlungen:

  • Auf jeden Fall den Medienkonsum begrenzen.
  • Viele Pädagogen, Psychologen usw. empfehlen eine Bildschirmzeit von weniger als 2 Stunden pro Tag. Statt dessen mehr Bewegung (mindestens eine Stunde körperliche Bewegung täglich), Spielen, Reden und Singen (!) mit Freunden usw.
  • Mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen kein Fernsehen mehr für Kinder und Jugendliche. Bewegte Bilder gehen im Kopf nach und beeinträchtigen den Schlaf. Gilt auch für Smartphone und Co. Statt dessen insbes. Lesen (auf Papier) bzw. Vorlesen (lassen).
  • Zwischen 9 und 11 Stunden Schlaf.

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Klare Ansage von Bill Gates

"Time to switch off" titelt der "Spectator" in seiner Ausgabe vom 22. September 2018 und beschreibt, wie die Großen der IT-Branche wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder Steve Jobs von Apple bei ihren Kindern den Gebrauch von Smartphones, PCs und Co. rigoros einschränkten. Sie wussten, wieviel Arbeit darin steckt, Smartphones,  Computer und Social Media zu suchterzeugenden Instrumenten zu machen, und wie besorgniserregend erfolgreich das gewesen ist.

Bill Gates z. B. gibt an, dass er seinen 3 Kindern den Besitz eines Mobiltelfons bis zum Alter von 14 Jahren verboten habe, dass "Technik" vom Esstisch verbannt und dass ihr Gebrauch vor dem Zu-Bett-Gehen eingeschränkt wurde.


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Gefährliche Spiele-Apps für Kinder!

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Mehr Inforamtionen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

 

 

 

Die vom Bund und den Ländern getragene  Initiative "Jugendschutz.net"  hat 100 Spiele-Apps für Kinder getestet.

99 der 100 getesteten Spiele-Apps für Kinder haben Mängel! (Stand April 2018)

 

Für "besonders riskant" hält Jugendschutz.net Spiele mit integrierten Kommunikationsfunktionen. Keines der getesteten Spiele enthielt ein ausreichendes Sicherheits- und Moderationskonzept. Damit sind Cybermobbing und Cybergrooming Tür und Tor geöffnet; z. B. können so Erwachsene über das Netz die Kinder für sexuelle Kontakte ansprechen.

 

Viele der  Spiele-Apps versuchen die Kinder zu "In-App-Käufen" zu verleiten, mit Beträgen bis über 100 Euro.

 

Kaum ein Spiel kennzeichnete Werbung ausreichend.

 

Fast alle der getesteten Spiele-Apps analysieren das Surfverhalten und geben Daten für Werbezwecke weiter.

 

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Internetseite app-geprüft.net.

 

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Auf die Gefahren von Spiele-Apps für Kinder im Grunschulalter weist aktuell (Oktober 2018) auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hin. Sie beanstandet vor allem die hohen Beträge für in den Spielen kaufbare Güter (In-App-Käufe) von teils über 100 Euro und die aufdringliche Werbung dafür.


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Digitale Medien in der Schule?

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"Human" steht für Lernen mit (guten) Lehrern statt mit Computern.

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Bericht und Kommentare zum Handy-Verbot in Frankreich mit weiteren Argumenten.
FAZ und PNN zum Handy-Verbot in Frankrei
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Die Bundesregierung und die Kultusministerien forcieren den Einsatz von digitalen Medien in den Schulen. Vom Einsatz der von den Schülern mitgebrachten Smartphones über die Zurverfügungstellung eines Laptops für jeden Schüler bis zum Lernen mit zentraler Lernsoftware gehen die Pläne.

 

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Eltern, die sich mit diesen Plänen auseinandersetzen und evtl. Einfluss auf die Politik ihrer Schule nehmen wollen, finden kritische informationen z. B. beim "Bündnis für humane Bildung".

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Wenn Sie sich für ein Handyverbot in der Klasse Ihres Kindes oder besser in der ganzen Schule einsetzen wollen, dann können Sie sich jetzt auch auf eine neue Regelung in Frankreich berufen: In Frankreich hat die Nationalversammlung im Juli 2018 beschlossen, alle internetfähigen Geräte wie Handys und Tablets in den Schulen und außerhalb der Gebäude zu verbieten, und zwar für Schüler bis Ende der Mittelstufe.



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