Was wird aus Maria am See?

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Sie haben es vielleicht schon mitbekommen, dass unser Projekt nicht so läuft, wie wir uns das ursprünglich gedacht haben.

In der Hoffnung, als 2. offizielles Familienzentrum in Werder anerkannt zu werden, hatten wir ein entsprechendes Programm entwickelt. Dieses wurde allerdings bisher nur außerordentlich schwach angenommen. Außer einem Zwillingskurs mit ganzen 3 Eltern und 6 Kindern und einem ähnlich kleinen Kurs für kreatives Malen und Gestalten ist bisher nicht viel gelaufen.

Von angehörigen unserer Kirchengemeinde und von der Nachbarschaft (und darüber hinaus) haben wir viel praktische Unterstützung erhalten, für die wir auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken möchten. Die meisten Hilfsangebote haben wir gar nicht in Anspruch nehmen können, weil die entsprechenden Veranstaltungen bisher mangels Teilnehmern nicht zustandegekommen sind.

Was uns sehr schmerzt, ist die fehlende offizielle Unterstützung durch unsere Kirchengemeinde Maria Meeresstern.  Statt dessen Ablehnung durch den Pfarrer und Desinteresse bis Ablehnung durch den Pfarrgemeinderat in Potsdam.

Es ist klar, dass der Aufbau eines Familienzentrums auch unter günstigeren Voraussetzungen einige Zeit gebraucht hätte. Klar ist aber auch, dass ein Haus von dieser Größe und mit diesem Programm nicht ohne hauptamtliches Personal zu schultern ist. Das haben auch die Erfahrungen, die wir in den nunmehr hinter uns liegenden ersten Monaten machen konnten, voll bestätigt. Deswegen war von Anfang an geplant,  die Anerkennung als Familienzentrum und damit die Förderung durch den Landkreis und die Stadt Werder zu erlangen. Seit 2015 haben wir dazu Gespräche mit dem Landkreis und der Stadt geführt. Nach den Richtlinien des Landkreises steht der Stadt Werder ein zweites Familienzentrum zu, da Werder mehr als 15 000 Einwohner hat. Der bei der Stadt Werder zuständige Beigeordnete, Herr Große, hat in einem Gespräch 2015 diesen Bedarf auch ausdrücklich anerkannt und im Sinne weltanschaulicher Pluralität ein 2. Familienzentrum mit einem christlichen Träger begrüßt. In diesem Sinne haben wir mit vielen potentiellen Trägern Gespräche geführt, die sehr schwierig waren - auch wg der fehlenden offiziellen Unterstützung durch die Kirchengemeinde. Im Ergebnis sind wir zu Beginn dieses Jahres so weit gekommen, dass Caritas und Diakonischen Werk PM zur Übernahme der Trägerschaft bereit wären. Bei den entsprechenden Anfragen dieser Verbände an den Landkreis und die Stadt Werder hat sich nun aber herausgestellt, dass alle für ein zweites Familienzentrum in Frage kommenden Fördermittel inzwischen dem Job e. V. als Träger des  in Werder bereits seit längerem bestehenden Familienzentrums zugeflossen und dort langfristig gebunden sind.

Damit entfällt für uns die Chance, als 2. Familienzentrum anerkannt und gefördert zu werden und einen professionellen Träger zu finden. Wir müssen uns deshalb von dem Plan verabschieden, ein Familienzentrum mit breit aufgestelltem Programm zu entwickeln. Maria am See soll aber weiterhin für katholische Familienbildung zur Verfügung stehen. Das heißt: Es wird kein eigenes Programm mehr geben, aber offene Türen für Familien, Jugendgruppen, für Einkehrtage oder Zeltlager usw. Wir wollen damit eine Arche bauen, um ein klein wenig zum Fortbestand christlichen Lebens inmitten einer orientierungslos gewordenen postchristlichen Gesellschaft beizutragen.

Herzliche Grüße

Hansjürgen Bals

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Kommentare: 1
  • #1

    Horst Schröder, Werder (Dienstag, 20 März 2018 18:44)

    Schade, dass die Stadt Werder nicht die Gelegenheit ergriffen hat, ein zweites und unabhängiges Familienzentrum aufzubauen. Sicher macht das etablierte, vom Job e. V. getragene Familienzentrum gute Arbeit. Aber Pluralität wäre sicher gut gewesen und ein christlich orientiertes zweites Familienzentrum hätten sicher auch viele Nichtchristen akzeptiert und vielleicht sogar als Bereicherung gesehen, zumal Am Plessower See im Haus Maria am See geradezu ideale Bedingungen gegeben sind, was Räume, Garten, Naturnähe usw. angeht. Nun gehen alle für das zweite Familienzentrum vorgesehenen Mittel des Stadt und des Landkreises an den Job e. V. Das bringt sicher Synergieeffekte - fragt sich nur für wen.